November 14, 2023

Barbieland: eine perfekte Welt mit einem Hauch von Realität

Gestern habe ich endlich den Film „Barbie“ angeschaut, und er hat mich tief inspiriert, diesen Text zu schreiben.

!Achtung ein leichter Spoileralarm!

In Barbieland scheint alles perfekt zu sein: Menschen mit makellosem Aussehen, harmonische Beziehungen, und eine Atmosphäre ständiger Freundlichkeit. Das Wetter ist jeden Tag ideal – strahlender Sonnenschein, perfekt für Strandbesuche. Abends feiert man in der der perfekten Barbievilla auf einer Bühne ausgelassene Partys mit perfekt einstudierten Choreografien, bei denen alle unermüdlich tanzen. Die Nächte enden mit fröhlichen Pyjamapartys, und jeder Tag ähnelt dem vorherigen – eine endlose Schleife scheinbar perfekter Tage.

Barbieland und die Unschuld der Kindheit

Dieses Barbieland erinnert an die Lebensphase eines Säuglings, der sich allmächtig fühlt, da all seine Wünsche sofort erfüllt werden. In dieser Phase kennt ein Säugling weder Enttäuschungen noch Verluste. Sein Leben ist eintönig, doch ihm fehlt das Bewusstsein dafür, sodass jeder Tag als „perfekt“ empfunden wird. Doch mit der Zeit lernt auch ein Kind, dass das Leben nicht immer sorglos verläuft – der erste große Verlust, das Ende der Illusion von Allmacht und Perfektion.

Barbies Konfrontation mit der Realität

Die Wendung kommt, als Barbie während einer ihrer perfekten Partys plötzlich über den Tod nachdenkt. Diese Gedanken bringen ihre Welt ins Wanken. Sie beginnt zu erkennen, dass es jenseits ihres perfekten rosa Plastiklebens eine reale Welt gibt.

In ihrer Welt setzt plötzlich ein Wandel ein: Barbie erwacht mit zerzaustem Haar und einem Mundgeruch, die Lebensmittel in ihrem Kühlschrank verderben, und sie erlebt sogar einen Sturz vom Dach – eine Abkehr von der Perfektion. Entschlossen, ihre Perfektion wiederzuerlangen, begibt sie sich in die reale Welt.

Die Begegnung mit der Realität

In der realen Welt trifft Barbie auf echte, unvollkommene Gefühle und alltägliche Probleme. Sie sieht, dass die Welt nicht perfekt ist und lernt Ablehnung, Ungerechtigkeit, Alterung und Schmerz kennen. Diese Erkenntnisse sind für sie schwer zu verarbeiten.

Der Übergang und die Rolle der Psychotherapie

Barbies Übergang in die Realität ist eine Art Lebenskrise. Die alten Muster funktionieren nicht mehr, und neue sind noch nicht entwickelt bzw. noch nicht ausgereift. Hier kann eine Psychotherapie oder psychologische Beratung unterstützend wirken, indem sie wie ein Kompass und eine Karte den Weg weist. Zwar muss man seinen eigenen Weg selber finden, doch die Begleitung durch einen Profi macht die Suche einfacher und angenehmer.

Die wichtige Erkenntnis

Am Ende ihres Weges erlangt Barbie eine wichtige Einsicht: “Ich will selbst Ideen kreieren, statt nur ein Produkt davon zu sein.“ Sie erkennt, dass sie ihr Leben nur dann wirklich leben kann, wenn sie die Wahrheit über sich selbst und ihre Erfahrungen akzeptiert, anstatt eine von anderen kontrollierte Puppe zu sein.

Fazit

So ist Barbies Reise von einer Welt der Illusionen und vermeintlichen Allmacht hin zu einer Welt der Realität, Komplexität und Unvollkommenheit auch eine Reise zu sich selbst. Mit der Zeit wird sie erwachsen, akzeptiert ihre Erfahrungen und lernt, dass sie jeden Tag ihre eigene, vielleicht nicht perfekte, aber einzigartige Geschichte schreiben kann.

Deine Oksana Pollinger

Heilpraktikerin für Psychotherapie, psychologische Beraterin und Coach

praxis-seelenvita.de

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